Briefe
Unsere Initiative hat viele Reaktionen in der Bevölkerung ausgelöst, die sich in zahlreichen Leserbriefen und offenen Briefen niedergeschlagen haben. Die hier veröffentlichten Briefe spiegeln nicht unbedingt unsere Sichtweise sondern ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autoren wider - sie zeigen aber das Bedürfnis nach einer Beteiligung der Menschen in Bad Münder in einer solch wichtigen Frage! Die wichtigen Beiträge von Hermann Wessling und Michael Meier in dieser Diskussion nehmen wir auf der Seite Denkmalschutz/Stadtplanung auf.
17.12.2024 - Rolf Wittich, Bakede
10.01.2025 - Uwe Starke, Bad Münder
20.03.2025 - Ulrich Sprenger, Bad Münder
28.03.2025 - Beatrix Taube, Hamelspringe
05.04.2025 - Vorstand Kur- und Verkehrsverein
16.04.2025 - Mattes Kleyboldt, Nettelrede
28.04.2025 - Hermann Wessling, Bad Münder
25.05.2025 - Michael Meier, Böbber
30.05.2025 - Hermann Wessling, Bad Münder
16.06.2025 - Dr. Dirk Weichgrebe, Bakede
21.06.2025 - Angelika Freier, Bakede
Reaktionen nach den Bürgerentscheiden:
08.10.2025 - Peter Lehmann, Klein Süntel
14.10.2025 - Manfred Wonschik, Eimbeckhausen
Rolf Wittich, Bakede
Leserbrief in der NDZ vom 17.12.2024
Was der Bürgermeister nicht will, will er nicht, und dann kämpft er mit allen Mitteln. Beim Streit um die digitalen Info-Säulen will man einen Teil der Bürgerinnen und Bürger digital befragen. Beim Neubau (14 Millionen Euro) beziehungsweise Umbau (9,5 Millionen Euro) des Rathauses wurden sie noch nicht einmal ausführlich informiert. Aber was macht das, wir wollen das Prunkvolle und nicht das Zweckmäßige und dann kommt es auf die paar Euro nicht an. Es ist richtig, die Mitarbeiter der Verwaltung brauchen einen guten Arbeitsplatz. Genauso wichtig ist das Umfeld, in dem man eine Wertschätzung erfährt. 4,5 Millionen Euro, die man bei einem Umbau einsparen würde, sind ein Vielfaches von dem, was die Info-Säulen kosten. Das ist in meinen Augen "Geldverschwendung" - und das, nachdem der Zukunftsvertrag gerade ausgelaufen ist.
Ulrich Sprenger, Bad Münder
Leserbrief in der NDZ vom 20.03.2025
Was Bad Münder ausmacht, ist durch Eigeninitiativen geschaffen worden. Die Musikmuschel, das Gradierwerk, das Tretbecken im Kurpark, um nur einige markante Vorhaben auf Anregung des Kur- und Verkehrsvereins zu nennen. Auch der gestiftete wunderbare Martin-Schmidt Konzertsaal. Die sanierungsbedürftige Kirchturmspitze wurde durch die evangelische Kirche von Architekten und Ingenieuren restauriert. Das alte evangelische Gemeindehaus wurde abgerissen und sofort ein neues modernes Gemeindehaus geschaffen. Auch die BIK in Bad Münder setzt sich selbstlos für Kinder ein. Alle Achtung! Was machen die Verantwortlichen der Stadt Bad Münder? Sie lassen das alte Kurhotel von Investoren abreißen, das abgeräumte Grundstück am Kurpark dann jahrelang liegen. Einem Bürger wäre längst ein Bescheid ins Haus geflattert. Ganz zu schweigen von dem Dilemma des Hallenbades.
Dafür plant der Rat der Stadt Bad Münder ein neues Rathaus von 13 Millionen Euro. In eine Wohngegend. Warum hat die Stadt die alte Volksbank mitten in der Innenstadt nicht gekauft? Architekten hätten mit Sicherheit ein brauchbares Gebäude geschaffen. Kurze Wege zum bestehenden Rathaus. Ist das alles Schnee von gestern oder kann man es noch umdrehen? Was soll aus dem alten Rathaus am Steinhof werden, wieder ein Abriss, oder ist das Gebäude wirklich nicht mehr zu retten? Eine Planungsgruppe soll's nun richten - und die Bürgerinnen und Bürger werden nicht gefragt.
Uwe Starke, Bad Münder
Leserbrief in der NDZ vom 10.01.2025
Ursprünglich hieß es, dass die Kosten für eine Sanierung des Steinhofs allein zu hoch wären und man deshalb vorerst als Alternative die alte Schule für die Stadtverwaltung nutzen werde.
Jetzt ist plötzlich Geld für den Abriss der alten Schule und einen Rathausneubau da, aber auch noch Geld für die Sanierung des Steinhofs und des Rathauses? Wie logisch ist das denn?
Die Erklärung für einen Rathausneubau lautete, dass der Arbeitsplatz für neue Verwaltungsmitarbeiter schließlich ansprechend sein sollte. Da stellt sich doch die nächste Frage: Wo arbeitet die Stadtverwaltung in der Zwischenzeit, wenn die alte Schule abgerissen ist und der Rathausneubau erfolgt?
Als Idee fällt mir da 1. die alte, leere Volksbank oder 2. die bald leere Sparkasse ein. Leerstand in Bad Münder greift weiter um sich. Auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, das Kurmittelhaus, wird immer leerer. Kosten für eine Machbarkeitsstudie für den Rückbau in Höhe von 15000 Euro will die Stadt gerne in den Hauhalt 2025 einplanen!? Dann bitte doch gleich wieder einen Neubau, nebenan ist genug Platz dafür. Laut dem Motto: Wir bauen auf und reißen nieder, da haben wir Arbeit immer wieder! Ein Schelm, der dabei an Steuer- und Beitragserhöhungen und ähnliches denkt.
Beatrix Taube, Hamelspringe
Leserbrief in der NDZ vom 28.03.2025
Wenn im Freundes- und Bekanntenkreis das Gespräch auf das Thema Rathaus kommt, habe ich festgestellt, dass mindestens 80 Prozent der Gesprächsteilnehmer gegen einen Abriss des Schulgebäudes in der Friedrich-Ebert-Allee sind! Bei veranschlagten 13,8 Millionen Euro, wie bekannt gegeben oder im Internet nachlesbar, wird es erfahrungsgemäß nicht bleiben. Auch angesichts der im Augenblick anhaltenden Preissteigerungen in allen Bereichen wird der genannte Betrag überschritten werden. Geld, welches die Stadt Bad Münder nicht hat.
Ein weiterer Aspekt gegen Abriss/Neubau ist die Nachnutzung von Steinhof und Rathaus. Bisher hat noch niemand eine Idee, was dort passieren soll. Bleiben die Gebäude stehen und sollen saniert werden - oder will die Verwaltung warten, bis die Gebäude endgültig verfallen beziehungsweise abgerissen werden? Wo bleibt die viel gepriesene Nachhaltigkeit?
Sollten die Gebäude saniert werden, entstehen weitere Kosten, Geld dafür ist auch nicht vorhanden. Engagierte Bürger, die gegen den Abriss/Neubau in der Friedrich-Ebert-Allee sind, werden verbal angegriffen. Sind diese Personen unmündig und "haben keine Ahnung"?
Die Ratsfrauen/-herren der Stadt Bad Münder sind von den Bürgern gewählt, also sollten sie auf die Bedenken eingehen. An der Einholung der Unterschriften gegen Abriss/Neubau der Schule werde ich mich engagiert beteiligen und die Bürger in meinem Sammelbereich sachlich aufklären.
Vorstand des Kur- und Verkehrsvereins Bad Münder
Statement des Vorstands des Kur- und Verkehrsvereins, Bad Münder, veröffentlicht in der NDZ vom 05.04.2025
Auch der Kur- & Verkehrsverein Bad Münder e.V. verfolgt mit Interesse die Debatte zum Bürgerbegehren. Unsere enge Verbundenheit mit der Stadt veranlasst uns, unsere Sichtweise darzulegen, nachdem der KVV-Vorstand diesen Schritt in seiner Vorstandssitzung einstimmig beschlossen hat. Dabei legen wir allergrößten Wert darauf, dass wir dies nicht aus parteipolitischen Motiven tun. Wir sind politisch absolut neutral unterwegs, uns geht es ausschließlich um die Sache. Unsere nachfolgende Meinung basiert auf Kenntnissen aus dem Ratsinformationssystem und aus Presseberichten.
Seit langem müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit räumlichen Arbeitsbedingungen leben, die nicht zeitgemäß sind. Selbstverständlich vertritt auch der KVV die Meinung, dass dringend Abhilfe geschaffen werden muss.
Dem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates für einen Neubau (aktuelle Kostenschätzung 13,264 Mio. Euro) steht die von den Initiatoren des Bürgerbegehrens favorisierte Alternativlösung gegenüber, nämlich Umbau/Sanierung des alten Grundschulgebäudes. Angesichts der knapp 5 Mio. Euro Einsparungen bei der Umbau-/Sanierungsvariante klingt die Durchführung des Bürgerbegehrens plausibel und nachvollziehbar.
Auf der Homepage der Stadt Bad Münder (Ratsinformationssystem\Sitzungen\23.4.2024\Planungsausschuss\Download "Präsentation Variantenentscheidung") [Dokument hier verlinkt - Anm. d. Redaktion] ist der von den Architekten Riemer & Niemeier 36 Seiten umfassende Variantenvergleich öffentlich einsehbar. Diese Präsentation diente als Grundlage zur Entscheidung im Planungsausschuss und im Stadtrat für einen Neubau. Auf der drittletzten Seite stellen die Architekten für alle Varianten Vor- und Nachteilte gegenüber. Eine Aussage, dass das Schulgebäude nicht umbau-/sanierungsfähig ist, ist in der Präsentation der Architekten nicht enthalten.
Verwaltung und Politik kommen zu dem Ergebnis, dass beide Varianten nicht gleichwertig sind und führen Argumente auf, die den teureren Neubau rechtfertigen sollen:
- Das alte Schulgebäude hat ungeeignete Grundrisse; es gibt breite Flure, Einzelbüros seien kaum möglich, es entstünde wenig Büroraum.
- Bei der Sanierung der Grundschule wäre ein zeitgemäßer energetischer Standard nur bedingt erreichbar, weshalb sich zukünftig deutlich höhere Energiekosten ergäben.
- Bei der Sanierung der Grundschule wären Einschränkungen bei der Barrierefreiheit gegeben.
- Bei den Kosten der Sanierung könne es je nach tatsächlichem Zustand der alten Schule zu deutlichen Steigerungen kommen.
Aus externer Sicht stellt der KVV zu diesen 4 Punkten folgende Überlegungen an:
Zu 1)
Aus den veröffentlichten Planungsunterlagen zur Umbau-/Sanierungsvariante geht hervor, dass die breiten Flure unverändert bleiben und dass die Klassenzimmer durch Trennwände geteilt werden, so dass schlauchförmige Büros entstehen.
Unserer Meinung sind die Flure breit genug, so dass dort Trennwände eingebaut werden könnten. Dadruch könnten Einzelbüros geschaffen werden; Fenster sind vorhanden. In der Folge müsste ein neuer innenliegender Flur geschaffen werden, von dem man in die Einzelbüros und in die gegenüberliegenden Büroräume (jetzige Klassenzimmer) gelangen kann. Umsetzbar wäre dies durch Einbau von Zwischenwänden, die die jetzigen Klassenzimmer verkleinern. Die dadurch neu entstehenden Büros wären nicht mehr schlauchförmig und verfügen über ausreichendes Tageslicht.
Zu 2)
In der heutigen Zeit sind gemäß allgemeinem Verständnis auch bei Sanierungen von alten Gebäuden energetische Aspekte umsetzbar. Sollte das im Gegensatz zur Neubauvariante nicht vollumfänglich gelingen, so würden in der Tat künftig höhere Energiekosten entstehen. Schätzungen der Verwaltung gehen davon aus, dass pro Jahr mit rd. 3000 Euro höheren Energiekosten zu rechnen sei. Selbst wenn es pro Jahr 10.000 Euro wären, so könnte sich die Stadt diese Mehrkosten sage und schreibe 500 Jahre lang leisten, bis sich die höheren Investitionskosten von rd. 5 Mio. Euro bei der Neubauvariante amortisieren.
Zu 3)
Barrierefreiheit ist für Bürgerinnen und Bürger bei Behördengängen und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung wichtig. Nach den Architektenplänen soll auch bei der Umbau-/Sanierungsvariante ein Fahrstuhl eingebaut werden. Der Eingangsbereich könnte durch entsprechende überschaubare bauliche Maßnahmen barrierefrei gestaltet werden.
Zu 4)
Es darf doch sicherlich davon ausgegangen werden, dass die Kostenschätzung sowohl für die Neubauvariante (13,264 Mio. Euro) als auch für die Umbau-/Sanierungsvariante (8,356 Mio. Euro) realistisch und seriös sind. Natürlich sind bis zur Fertigstellung Preissteigerungen zu erwarten. Diese werden aber nicht nur bei der Umbau-/Sanierungsvariante eintreten sondern auch bei der Neubauvariante, und dies auf höherem Basisniveau, so dass sich der absolute Kostenunterschied um mehr als 5 Mio. Euro erhöhen würde.
Auch Klimaschutzaspekte spielen eine Rolle. Durch den Nicht-Abriss der Schule geht keine graue Energie verloren. Die bereits verbauten Grundstoffe werden weiter genutzt, die Herstellung neuer Baustoffe wird erspart.
Der KVV kommt nach dem derzeitigen Stand zu dem Ergebnis, dass beide Varianten sehr wohl zumindest annähernd gleichwertig sind. Der Unterschied ist, dass letztlich knapp 5 Mio. Euro gespart werden könnten.
Wenn man unterstellt, dass diese 5 Mio. Euro Mehrkosten mit Krediten finanziert werden, müssten bei einer Annuität von 5% zusätzlich pro Jahr 250.000 Euro für Zins- und Tilgungsleistungen aufgebracht werden, und zwar je nach Konditionsbedingungen für einen Zeitraum von 30 Jahren. In Summe sind das über 30 Jahre 7,5 Mio. Euro. In der Konsequenz bedeutet dies, jedes Jahr könnte Bad Münder 250.000 Euro mehr für sinnvolle andere Zwecke ausgeben, wenn bei etwas mehr Bescheidenheit anstelle der Neubauvariante das Grundschulgebäude umgebaut/saniert wird. So ist der KVV beispielsweise daran interessiert, dass unser schöner Kurpark zukünftig noch schöner wird.
Zusätzlich ist zu beachten, dass bei der Gesamtplanung auch der Steinhof und das alte Rathaus einbezogen werden. Sicherlich will niemand, dass diese beiden Gebäude verfallen. Auch dort sind folglich Sanierungsmaßnahmen notwendig. Im Zuge dessen wäre die Nutzbarkeit des Ratssaales und des Standesamtes im Steinhof zu prüfen. Das alte Rathaus könnte als Archiv genutzt werden. Diese weniger umfänglichen Nutzungsmöglichkeiten führen zu hoffentlich überschaubaren Sanierungskosten bei den Altgebäuden.
Stattdessen ist die Planung des Ratssaales, des Standesamtes und eines Archivs im umgebauten/sanierten Schulgebäude entbehrlich. Die Umbau-/Sanierungskosten der alten Grundschule können reduziert werden. Das gilt übrigens auch für die Neubauvariante.
Keine Transparenz gibt es hinsichtlich der Planung der Anzahl der Arbeitsplätze unter Berücksichtigung der modernen Möglichkeit des Homeoffice.
Während der Informationsveranstaltung der Initiatoren des Bürgerbegehrens am 20.3.2025 wurde eine weitere Idee diskutiert, die der KVV durchaus für interessant hält, nämlich den Erwerb des Sparkassengebäudes. Dieses Gebäude in Kombination mit dem Steinhof als Verwaltung zu nutzen, könnte auch unter Kostengesichtspunkten durchaus Charme haben. Diese Variante wäre jedoch zunächst seitens der Architekten zu analysieren.
In der jüngsten Vertrauensanzeige unseres Bürgermeisters wird berichtet, dass die Umbauvariante von allen Verantwortlichen als nicht umsetzbar erachtet wurde. Davon ist in der zuvor genannten Präsentation der Fachleute Herren Riemer und Niemeier nicht die Rede. Auch wird darüber informiert, dass das Schulgebäude vor vielen Jahren bereits abgeschrieben wurde. Das bedeutet, bei der Reaktivierung des Gebäudes könnte der Buchwert erhöht werden. Dadurch würden stille Reserven gehoben, die zwar nicht liquiditätswirksam aber sehr wohl ertragswirksam wären. Das wäre doch ein ganz erfreulicher Aspekt für die Gewinn- und Verlustrechnung der Stadt.
Als Fazit stellt der KVV fest, dass das Bürgerbegehren Sinn macht, weil auch beim Umbau des Schulgebäudes moderne und zeitgemäße Büroräume geschaffen werden können. Mitglieder, die Zeit und Lust haben, die Initiatoren des Bürgerbegehrens beim Einsammeln von Unterschriften zu unterstützen, können mit den Initiatoren per eMail (buergerbegehren-bm@posteo.de) Kontakt aufnehmen.
Mattes Kleyboldt, Nettelrede
Leserbrief in der NDZ vom 16.04.2025
Das aktuelle Bürgerbegehren bietet eine Chance für Mitbestimmung und Transparenz - anstatt sich mit "Händen und Füßen" dagegen zu wehren. Ja, der Rat hat sich mehrheitlich für einen Rathausneubau entschieden, aber keineswegs einstimmig. Herr Barkowski beklagt laut NDZ, dass sich die Initiatorinnen und Initiatoren des Bürgerbegehrens nicht frühzeitig an die Stadtverwaltung gewandt haben. Neben vereinzelten Einwänden mag das wohl stimmen, doch sollte man bei einer Entscheidung mit einer derart massiven Belastung des Stadthaushalts erwarten, dass von Anfang an höchstmögliche Transparenz und Bürgerbeteiligung gewährleistet wird, um möglichst viele mit einzubinden. Traut man den Bürgerinnen und Bürgern das nicht zu?
Mit der Einleitung des Bürgerbegehrens ist bereits ein erster Erfolg spürbar: Die öffentliche Debatte ist entfacht, und die Bürgerinnen und Bürger von Bad Münder haben eine Möglichkeit zur Mitbestimmung. Schade, dass dies nicht früher geschehn ist. Die Fronten sind inzwischen verhärtet, und eine sachliche Diskussion wird dadurch erschwert. Sollte das Bürgerbegehren die erforderlichen 1500 Unterschriften erreichen - wovon ich stark ausgehe -, hätte die Politik die Chance, innezuhalten und gemeinsam mit einer sensibilisierten Öffentlichkeit die Optionen noch einmal zu bewerten.
Dazu gehört auch eine ernsthafte Prüfung des zum Verkauf stehenden Sparkassengebäudes, das als Bürogebäude konzipiert wurde. Bislang wurde es - zumindest öffentlich - schnell als ungeeignet abgetan. In der NDZ heißt es, es sei für eine "moderne Verwaltung" nicht passend. Doch was genau steckt hinter dieser Worthülse? Welche baulichen Anpassungen wären tatsächlich notwendig, um dort zeitgemäße und gesunde Arbeitsbedingungen für die Verwaltungsmitarbeitenden zu schaffen? Wieviel Arbeitsplätze werden zukünftig benötigt in Zeiten von KI, Homeoffice und Bürokratieabbau? Über diese Zahlen kursieren unterschiedliche Angaben in den Diskussionen. Sicherlich wären Investitionen erforderlich, aber diese würden nur einen Bruchteil der Kosten eines kompletten Neubaus ausmachen.
Ein weiteres Argument gegen den Kauf ist, das die Stadt der Sparkasse nicht das Leerstandsproblem lösen soll. Aber geht es hier nicht in erster Linie um die beste Lösung für ein neues Rathaus?
Gleichzeitig könnt man mit dem leerstehenden alten Schulgebäude eine soziale und nachhaltige Nutzung anstreben. Passenderweise wurden in der NDZ zwei weitere Artikel veröffentlicht: einer über den Mangel an Seniorenwohnungen im Landkreis und ein anderer über die Bedeutung regionaler Versorgungszentren. Mit dem entsprechenden finanziellen Spielraum einer Stadt ließe sich hier sicher eine sinnvolle Lösung finden.
Ein Rathauskonzept auf Grundlage von verantwortbarem Finanzrahmen, nachhaltigen Grundsätzen und zukunftsweisenden Arbeitsplätzen für die Stadtbeschäftigten - und das alles mit möglichst breiter Zustimmung in der Bevölkerung. Nicht mehr und nicht weniger fordert das aktuelle Bürgerbegehren. Meine Unterschrift haben sie.
Hermann Wessling, Bad Münder
Offener Brief an den Bürgermeister und an Mitglieder des Rates der Stadt Bad Münder vom 28.04.2025
Sehr geehrte Damen und Herren aus Rat und Verwaltung,
zwar habe ich damals als ehemaliger Kommunalpolitiker nach dem Umzug der Grundschule in die Wallstraße nachhaltig für den Umzug der Stadtverwaltung in das leer gewordenen Schulgebäude geworben, fand aber leider dafür bei Rat, Verwaltung und Öffentlichkeit keine Unterstützung. Heute nach zehnjährigem Leerstand habe ich erhebliche Zweifel an der Qualität der Bausubstanz und kann den Beschluss von Rat und Verwaltung nachvollziehen. Darum beteilige ich mich auch nicht am Bürgerbegehren.
Hingegen bitte ich Rat und Verwaltung nachdrücklich um eine sorgfältige Prüfung, ob das leer werdende Sparkassengebäude zusammen mit einem sanierten Steinhof nicht eine sachlich vertretbare und deutlich kostengünstigere Lösung als künftiges Rathaus betrachtet werden kann. Natürlich ist es zunächst äußerst irritierend, dass es wie der Volksbank augenscheinlich auch der Sparkasse nicht gelingt, eine Nachnutzung des Gebäudes zu sichern. Das Argument, man wolle nun nicht Ersatz-Problemlöser für die Sparkasse sein, greift viel zu kurz und verkennt die möglichen Chancen für die Stadt Bad Münder. Folgende Argumente sprechen aus meiner Sicht für eine unvoreingenommene gründliche Prüfung:
- Der Altbau der Sparkasse und der Steinhof sind stadtbildprägende, sicherlich unter Denkmalschutz stehende Gebäude, die zwingend weiter eine qualifizierte Nutzung verlangen. Der Erker der Sparkasse im Stil der Weserrenaissance dokumentiert, dass Bad Münder zum Kulturraum dieses regionaltypischen Baustils gehört.
- Beide Gebäude waren früher Gutshöfe. Sie dokumentieren im Stadtzentrum stadthistorisch die Vergangenheit Bad Münders als Ackerbürgerstadt.
- Beide Gebäude stehen nebeneinander. Auch wenn es keinen Übergang gibt, sind Kooperation und Kommunikation fast wie in einem Gebäude möglich.
- Die Digitalisierung vieler Verwaltungsvorgänge läßt einen rückläufigen Personal- und somit auch Arbeitsplatzbedarf vermuten. Dieser Trend müsste bedacht werden.
- Ausschuss-Sitzungen könnten wieder wie zuvor im 1. Stock des Steinhofs stattfinden. Ein verändertes Foyer der Sparkasse könnte Platz für Ratssitzungen bieten.
- Standesamtliche Trauungen könnten wie zuvor wieder am alten Platz im Steinhof erfolgen. Die derzeitige Lösung im Foyer des MSK findet, wie ich höre, nur geringe Akzeptanz.
- Parkflächen für Beschäftigte und Besucher sind vor Ort bereits verfügbar, müssen also nicht geschaffen werden.
- Ein ganz entscheidender Vorteil: Die Flächen der leerstehenden Grundschule an der Friedrich-Albert-Allee könnten veräußert und je nach aktuellem Bedarf für zentrumsnahen Wohnungsbau oder Betreutes Wohnen genutzt werden. Der Verkaufserlös sollte zweckgebunden für die künftige Rathaus-Lösung genutzt werden. Es ist zu vermuten, dass diese Variante somit voraussichtlich die kostengünstigste Lösung für den städtischen Haushalt darstellt.
Freundliche Grüße
Hermann Wessling
Michael Meier, Böbber
Offener Brief an den Bürgermeister und die Mitglieder des Rates der Stadt Bad Münder vom 25.05.2025
Verehrte Ratsmitglieder,
seit Beginn der Berichterstattungen um den Sanierungsstau am Steinhof und die Platznot für die Bediensteten der Stadt Bad Münder, verfolge ich auch die Diskussionen um den Beschluss zum Bau eines neuen Rathauses. Erlauben Sie mir hierzu eine kurze Stellungnahme:
Durch meine jahrzehntelange Tätigkeit für den Heimatbund und das Museum hatte ich bereits zur Mitte der 70er Jahre engen Kontakt zu dem ehemaligen Stadtbaumeister Gottfried Kastl und kenne seine Konzepte zur Stadtentwicklung. Zu seiner aktiven Zeit wurden diese Pläne durch Rat und Verwaltung mit Rückenwind und Begeisterung umgesetzt. Sie bezogen das Umfeld unserer Stadt mit ein, so zum Beispiel die Anbindung des Deisters mit dem Panoramaweg, die Pflanzung der Gehölzstreifen am Deisterhang oder die Einbeziehung des Eilenberges als Wanderziel und Aussichtspunkt auf die malerisch, grün eingebettete Innenstadt.
Ganz entscheidend für das Stadtbild waren zudem Ankäufe freiwerdender Parzellen im Verlauf der alten Stadtbefestigung. Sie sollten zur Anlage eines Grüngürtels um die Kernstadt dienen und die Anbindung des Kurparkes an das Zentrum ermöglichen. Auf seinen Plänen waren zum Beispiel der Ausbau von „Halms Scheune“ zu einem „Café am Feuerteich“ verzeichnet. Kastl erkannte zudem auch den Wert des Steinhofes für das Stadtbild und war so weitsichtig und überzeugend, dass dieses repräsentativste Gebäude schließlich in den Besitz der Stadt gekommen ist. Der Grund, auch für die historische Bedeutung dieses Gebäudes lässt sich schnell skizzieren:
Im Jahr 1260 beschlossen der Mindener Bischof und die Welfenherzöge das „oppidum“ Mundere gemeinsam zu befestigen. In dieser Urkunde dürfen wir auch die Stadtwerdung Münder sehen. Bis dahin befand sich die offene Siedlung seit sächsischer Zeit in Nähe der Salzquellen, in der späteren Vorstadt. In diesen Jahren gründet Minden einen bischöflichen Wohnsitz und die Kirche inmitten der heutigen Stadt und die Vertragsparteien werben adelige Familien an, um entlang der gedachten Stadtmauer Burghöfe zu bauen. Diese Burghöfe hatten auch Verteidigungsaufgaben, so bauten und unterhielten die Burgherren im Bereich ihres Besitzes auch die Stadtmauer.
Im Zuge dieser Entwicklung entstand auch der Steinhof an der westlichen Innenstadtgrenze. Dieses im unteren Kern sicher noch mittelalterliche Gebäude wurde 1721 durch den königlichen Hofrat Johann Dietrich Büsing weitgehend zurückgebaut und im repräsentativen Stil des Barock neu errichtet. Das für Münder so stadtbildprägende Haus und seine Vorgängerbauten waren im Laufe der Geschichte übrigens im Besitz von etlichen bedeutenden Familien, so den Grafen von Schaumburg und auch den Herzögen von Lüneburg.
Wendet sich unser Blick vom Steinhof nach links, wird der Betrachter von einer zweiten bauhistorischen Preziose überrascht. Im Jahr 1596 baute dort ein Tilemann Büsing, seinerzeit noch Pächter des Steinhofes, auf dem eigenen Nachbargrundstück das bis heute erhaltene Renaissancegebäude, welches sich derzeit im Besitz der Sparkasse Hameln-Weserberglandbefindet. Dieser äußerst repräsentative Steinbau überzeugt insbesondere durch seine gut erhaltene Vorderfassade. Portal, Fenstergewände und nicht zuletzt der qualitätvoll gearbeitete Standerker gelten als Juwel des 16. Jahrhunderts im Stadtbild von Bad Münder.
Aus Sicht der Städteplanung liegt es nahe, diese herausragendsten Gebäude der Stadt in ein Gesamtkonzept zusammenzufügen. Ausschließlich an dieser Stelle besteht die einmalige Chance in Bad Münder einen offenen und attraktiven Rathausplatz zu gestalten. Abgegrenzt durch die repräsentativen Gebäude bietet ein solcher Ort enormes Potential, die Attraktivität des Stadtzentrum erheblich aufzuwerten.
In der Vergangenheit habe ich mich persönlich immer bewusst aus den Prozessen zur Stadtplanung zurückgehalten. In diesem Fall bitte ich Sie aber, den Bau eines neuen Rathauses außerhalb des historischen Stadtzentrums zu überdenken und meine Argumente für eine Einbeziehung der Sparkassenimmobilie in dem wiederaufgenommenen Entscheidungsprozess zu berücksichtigen.
Hochachtungsvoll
Michael Meier
Hermann Wessling, Bad Münder
Offener Brief an den Bürgermeister und an Mitglieder des Rates der Stadt Bad Münder vom 30.05.2025
Sehr geehrte Damen und Herren aus Rat und Verwaltung,
aus folgenden Gründen wende ich mich noch einmal an Sie:
- Von dreizehn vor einem Monat angesprochenen Personen in Rat und Verwaltung hat nur eine Person aus dem Rat mir schriftlich geantwortet. Dieser ausführlichen, sehr differenzierten und gut begründeten Antwort konnte ich zu 100% zustimmen. Ich hoffe sehr, dass diese Person im Rat guten Zuspruch erfährt. Bei einer Zufallsbegegnung im Kurpark hat mir Herr Hartmann ein mündliches Feedback gegeben. Diese ansonsten mangelnde Bereitschaft, bei dieser für Bad Münder wichtigen Frage mit interessierten Bürgern in Dialog zu treten, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Bürgernähe in der Kommunalpolitik sieht anders aus.
- Umgekehrt hat mich völlig überrascht, wie oft ich auf der Straße, beim Einkauf oder in der Arztpraxis auf den kurz darauf auf Wunsch der NDZ erschienenen Bericht zum Thema Rathaus-Neubau angesprochen worden bin und mir regelmäßig mit Nachdruck zugestimmt wurde, dass Steinhof und Sparkassen-Gebäude sehr ernsthaft als künftige Rathaus-Lösung von unabhängigen Experten geprüft werden sollten. Offensichtlich wird diese Haltung von ganz vielen Bürgerrinnen und Bürgern geteilt. Das berichten mir auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens.
- Sehr herzlich danke ich dem ehemaligen, langjährigen Museumsleiter Michael Meier, der aus seiner profunden Kenntnis der Stadt- und Regional-Geschichte die zentrale stadtgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung dieser beiden Gebäuden überzeugend dargestellt und eine zukünftige Nutzung gefordert hat.
- Sein Beitrag hat mich daran erinnert, dass bei der Stadtsanierung in den 1980er und 1990er Jahren die Gestaltung des Steinhof-Platzes als repräsentativer Stadtplatz eigentlich der krönenden Abschluss der Stadtsanierung werden sollte, aber mangels Mittel nicht realisiert worden ist. Das könnte jetzt versucht werden, wenn dort der Sitz des künftigen Rathauses sein sollte. Außerdem wäre zu prüfen, ob für diese Infrastruktur-Maßnahme Fördermittel beantragt werden könnten.
- Welche Folgen die Digitalisierung für die Gestaltung der Arbeitsplätze in einer Sparkasse hat, konnte jedermann bei einer Führung durch das neue Gebäude kürzlich erleben. Natürlich sind die Aufgaben einer Stadtverwaltung anders und vielfältiger. Welche Herausforderung Kommunen angesichts Digitalisierung und Ökologie künftig zu meistern haben, macht gerade die renommierte Akademie Loccum zum Thema einer eigenen Tagung (mehr darüber unter https://www.loccum.de/tagungen/2530/).
Da ein künftiges Rathaus zwar der heutigen Belegschaft angemessene Arbeitsmöglichkeiten bieten muss, andererseits aber für die Stadt im Grunde eine zukunftsgerechte Jahrhundertaufgabe ist, müsste zunächst geklärt sein, ob es für die künftige Arbeitswelt dieser Stadtverwaltung bereits ein konkretes Konzept gibt. - Abschließend werbe ich dafür, den bisherigen Rathaus-Beschluss aufzuheben, die überschaubare Zeit bis zur Kommunalwahl in Niedersachsen am 13. September 2026 zu nutzen, um Standort und zukunftsgerechtes architektonisches Konzept sorgfältig zu klären und die Entscheidung über die künftige Rathauslösung dem Wahlvolk bei der Kommunalwahl zu überlassen. Das würde im Übrigen voll dem Ziel des Bürgerbegehrens entsprechen, aber die Kosten eines zusätzlichen Bürgerentscheids vermeiden.
Freundliche Grüße
Hermann Wessling
Dr. Dirk Weichgrebe, Bakede
Leserbrief in der NDZ vom 16.06.2025
Als geneigter Leser der NDZ würde ich mich freuen, wenn die Zeitung einmal nach ihren vielen Artikeln zum Thema Rathaus-Neubau in Bad Münder aufklären würde, warum es nicht ausgereicht hätte, dass der Rat in einer Sondersitzung vor Abgabe der Unterschriftensammlung seinen Ratsbeschluss vom 20. Juni 2024 einfach aufgehoben und damit die möglichkeit für die Neubewertung aller drei Varianten ermöglicht hätte.
Es reicht aus Sicht vieler Bürger nicht aus, nur die Wirtschaftlichkeit des Neubaus und Umbaus der Varianten zu vergleichen. Nicht nur, aber insbesondere vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Niedersachsens, haben Kommunen auch eine Sorgfaltspflicht in Sachen Klimaschutz, Flächenversiegelung und Ressourcenschutz.
Für eine Ratsentscheidung erscheint diesbezüglich die Gegenüberstellung aller drei Varianten
a) Rathaus-Neubau durch Abriss der alten Grundschule (ohne konkrete Planung der Nutzung des Steinhofs und des alten Rathauses)
b) Kauf und Umbau der Sparkasse und Einbeziehung des Steinhofs und des alten Rathauses in die weitere Nutzung/Planung und
c) Neubau des Rathauses durch Umbau der alten Grundschule (ohne konkrete Planung der Nutzung des Steinhofs und des alten Rathauses) notwendig zu sein.
Auch wenn der Rat meint, er hat alle Varianten gewissenhaft geprüft und sich mehrheitlich - auch im Hinblick auf den Stadthaushalt - für den Neubau entschieden, ist es doch aus Ihrer Berichterstattung nicht hervorgegangen, dass auch Gedanken zur Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit im Sinne der Nachnutzung aller zu betrachtenden Gebäude und zum wunsch der Bürger nach transparenter Beschlussfassung eine Rolle gespielt haben. Für Kommunen gibt es zudem Fördergelder von der Klimaagentur Niedersachsen für nachhalteige Bauprojekte oder vom Bund für wichtige Maßnahmen, zum Beispiel "Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne". Wie Beispiele anderer Kommunen zeigen, kann später dann auch damit geworben werden, dass der Rathausbau nach den Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt wurde und politische Gremien hier nicht nur - wie vom Bürger empfunden - parteistrategisch vorgegangen sind, sondern mehr Demokartie gewagt und damit für die gesamte Stadtentwicklung ein positives Signal gegeben haben.
Angelika Freier, Bakede
Leserbrief in der NDZ vom 21.06.2025 (zum Bericht "Bürgermeister: Macher des Bürgerbegehrens "aggressiv" und "bedrohlich")
Dieser Artikel hat mich als Unterschriftensammlerin für das Bürgerbegehren gegen den Rathaus-Neubau fassungslos gemacht! Da ich alles, was ich tue, ganz oder gar nicht mache, gehörte es für mich dazu, auch persönlich da zu sein, wenn die Unterschriften übergeben werden.
Und so habe ich den Ablauf erlebt:
Kurz vor dem Übergabe-Termin am 12.06.2025 um 12 Uhr erfuhren wir Wartenden auf dem Schulhof, dass die Übergabe in einem größeren Besprechungsraum stattfinden wird. Da glaubte zumindest ich (und wohl auch die anderen Teilnehmer) als Zuhörer dabei sein zu dürfen. Wir Unterstützer und Sammler gingen mit den Listen-Übergebern nach oben in den Besprechungsraum und stellten uns abseits.
Herr Westphal forderte als erstes die Pressevertreter auf, den Raum zu verlassen, was diese auch sofort taten. Danach hat uns Herr Beckert vom Team des Bürgerbegehrens gebeten, auch aus dem Raum zu gehen, weil es abgesprochen war, dass nur insgesamt 4 Personen die Unterschriftenlisten übergeben.
Wir anderen unangekündigten Personen verließen den Besprechungsraum sofort friedlich und ohne Protest. Da frage ich mich als Teilnehmerin was ist dabei als aggressiv und bedrohlich empfunden worden?
Peter Lehmann, Klein Süntel
Leserbrief in der NDZ vom 8.10.2025 (zum Artikel "Nach den Bürgerentscheiden: Viele Monate Unsicherheit")
Mit der Überschrift des Artikels "Nach den Bürgerentscheiden: Viele Monate Unsicherheit" gehe ich mit, mit der Interpretation der Ergebnisse von Bürgerentscheid und Ratsbürgerentscheid nicht. Mich hat von Anfang an gestört, dass das Ergebnis der Variantenprüfung Sparkasse/Steinhof nicht mit dem Votum des Bürgerentscheids verglichen wird. Denn das Ergebnis beider Bürgerentscheide zeigt ganz deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger von Bad Münder den Umbau bevorzugen und nicht den Neubau, wenn sich die Variante Sparkasse/Steinhof als nicht tragfähig erweist. Hier kann ich den Bürgermeister verstehen, wenn er Sorgfalt vor Schnelligkeit verlangt. Zurzeit herrscht gerade in allen Lagern eine gewisse Zufriedenheit über die Prüfung der Sparkasse/Steinhof-Variante. Sollte diese aber negativ ausfallen, werden schnell alte Gräben aufreißen und es wird eine politische Diskussion einsetzen, ob der formaljuristische Weg gegangen oder das Votum des Bürgerentscheids mit mehr als 68 Porzent Ja-Stimmen für den Umbau berücksichtigt wird. Das wäre mit einem fairen Ratsbürgerentscheid vermeidbar gewesen.
Manfred Wonschik, Eimbeckhausen
Leserbrief in der NDZ vom 14.10.2025 (zum Bericht "...hätten uns den Entscheid gespart" vom 2.10.)
Die Grünen haben recht, dass ein Rathaus-Neubau eine Missachtung des Wählerwillens ist. Dieser Meinung schließe ich mich vollumfänglich an, denn eigentlich sollte Bad Münder durch die hohe Pro-Kopf-Verschuldug seit Brenner alles tun, um Kosten so gut wie möglich niedrig zu halten und dennoch eine wesentliche Verbesserung der räumlichen Unterbringung der Angestellten zu erreichen. Das wäre sicher mit der alten Sparkasse und dem Steinhof möglich.
Das Quorum, das bei der Bürgerbefragung per Wahlzettel für beide Vorhaben erreicht wurde, schließt damit einen Neubau des Rathauses aus. Damit gibt es eigentlich nur zwei Alternativen.
- Prüfung des alten Sparkassenhauses und wenn das nicht "geeignet" ist nach der Prüfung durch "Experten", dann muss
- eben auch eine Prüfung durch diese "Experten" des Umbaus der alten Schule erfolgen, so wollen die Einwohner Bad Münder es laut Abstimmung.
Und dann bekommt das kostengünstige Projekt den Zuschlag!
Wieso ist nach der Abstimmung nicht sofort der Neubau des Rathauses vom Rat der Stadt annulliert worden? Wer hat dort ein Interesse, den Wählerwillen zu missachten? Oder wollen Mitglieder des Stadtrates sich ein Denkmal setzen, weil Springe auch ein neues Rathaus baut?
Und wenn die Kommunalaufsicht in Hameln die Kosten für den Neubau "genehmigt" hat, werden dann die möglichen überbordenden Kosten nach Fertigstellung des Neubaus allen Grundstückseigentümern in Bad Münder und Ortsteilen dann durch uferlose Erhöhung der Hebesätze in Rechnung gestellt?
Wir wissen durch viele Beispiele, dass Neubauten durch die öffentliche Hand nicht von den errechneten Kosten in die Realität umgesetzt werden können. So werden die Kosten oft niedriger in Ansatz gebracht als sie hinterher ausfallen.
Wenn der Neubau erst angefangen ist, dann treten meistens Unwägbarkeiten auf (vielleicht ist ja da auch noch Schwemmsand unter der alten Grundschule), dann werden noch Änderungen von den Bediensteten der Stadt ins Spiel gebracht und dann sind die Kosten am Ende doppelt so hoch wie vor der Planung geschätzt (Stuttgart 21 ist ein Beispiel dafür, denn dort rollt bisher noch kein Zug). Auch in Springe werden wir erleben, dass die geplanten Kosten höher ausfallen als berechnet.
